Etappe 2

Kultur & Geschichte

Neubeuern

Neubeuern

Der Markt Neubeuern liegt im Inntal am rechten Ufer des Inns am Fuße des Samerbergs und am Rand des Rosenheimer Beckens. 788 wurde Neubeuern erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit waren Neu- und Altenbeuern bereits im Salzburger Hochstift für ihre Güter bekannt. Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Burg Neubeuern errichtet und um 1235 unter Konrad von Wasserburg, der die Burghut innehatte, zur größten Festung im Inntal ausgebaut. Im Schutz der Festung entwickelte sich der Markt in Neubeuern, begünstigt durch seine Verkehrslage an der Achse München – Salzburg und an der Abzweigung zum Inntal in Richtung Brenner und Italien. Die Innschifffahrt war für Neubeuern vom 15. bis zum 19. Jahrhundert von großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Befördert wurden im Nahverkehr vor allem Dinge des täglichen Bedarfs (vor allem Getreide), die von einer Ortschaft zur nächsten gebracht wurden. Man verlud aber auch Massengüter und Waren, die auf dem Landweg kaum bzw. nur schwer zu transportieren waren, auf Schiffe. Neubeuern verschiffte die damals hochgeschätzten Wetz-, Schleif- und Mühlsteine, die im Mühlsteinbruch oder in der Wolfsschlucht abgebaut wurden, deutschland- und österreichweit. 1981 wurde Neubeuern, wo heute mehr als 4.000 Einwohner leben, zum schönsten Dorf Deutschlands gewählt.

kulturdorf-neubeuern.de

Schloss Neubeuern

Schloß Neubeuern

Das Schloss Neubeuern thront weithin sichtbar über Neubeuern und beherbergt heute ein staatlich anerkanntes Internatsgymnasium. Die Entstehung der Burg Neubeuern fällt in die Stauferzeit (12./13. Jahrhundert). Sie wurde nördlich des Ortes auf einem Sandsteinfelsen erbaut, der nach Osten, Süden und Norden hin steil abfiel und zudem noch mit einer Ringmauer befestigt war. Am höchsten Punkt des Felsens, in der nordöstlichen Ecke, errichtete man den quadratischen Palas. In der südöstlichen Ecke befand sich freistehend die alte Schlosskapelle. Den ältesten Teil der Burg aber bildet der schon immer frei stehende Bergfried. Die mächtigen Felsquader, aus denen er gebaut wurde, verweisen auf eine Entstehung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Historischer Marktplatz Neubeuern

Der kleine historische Marktplatz von Neubeuern mit den malerischen Fassaden und dem thronenden Burgfried prägen das Bild des Neubeurer Dorfkerns. Seit dem 12. Jahrhundert ist er ein Mittelpunktsort am alten Innweg. Er war Hofmarksort unter den Grafen von Preysing, Wallfahrtsort zu Ehren der heiligen Maria und künstlerische Inspiration für zahlreiche Reisende, die sich besonders um 1900 im Kreise von Baronin und Baron von Wendelstadt bewegten. Bis heute schätzen und genießen Bürger wie Besucher das südländische Flair und die Offenheit für geselliges Miteinander. Von Südosten kommt man durch das Salzburger Tor und von Nordwesten durch das Münchner Tor auf den ansonsten geschlossenen Markplatz. Ein kleiner Weg, die Bäckerstiege, führt neben dem Münchner Tor zum Schloss hinauf. Bunte Häuserzeilen mit Lüftlmalerei, die Kirche Mariä Empfängnis und viele Relikte aus der Zeit der Innschifffahrt prägen das Bild des Platzes. Der Dorfburunnen mit dem Heiligen Florian wurde von der Baronin Julie von Wendelstadt im Gedenken an ihren 1909 verstorbenen Mann Baron Jan von Wendelstadt gestiftet, damit dieser als Schutzpatron gegen Feuer seine schützende Hand über den Marktplatz halte, nachdem bei einem großen Brand 1894 die obere Häuserzeile des Marktplatzes fast vollständig zerstört worden war.

Galerie am Markt

Die Galerie am Markt befindet sich im „Haus der Maler“, in dem schon seit dem 17. Jahrhundert Maler und Kunsthandwerker ihre Ateliers und Werkstätten hatten. Einer der letzten war 1919 Eduard Schwirtlich, von dem auch die ersten Lüftlmalereien am Marktplatz stammen. Seit Dezember 2004 organisiert der Künstlerkreis Neubeuern, ein Zusammenschlus von mehr als 20 Künstlern der Marktgemeinde, den Galeriebetrieb.

Marktplatz 4 | 83115 Neubeuern

www.kuenstlerkreis-neubeuern.de

Museum Innschifffahrt

In dem kleinen Museum am Marktplatz werden verschiedenste Exponate rund um die Innschifffahrt gezeigt, unter anderem ein maßstäbliches Modell eines Schiffszugs, alte Gemälde, Fotos, und Urkatasterpläne.

Marktplatz 4 | 83115 Neubeuern

Kirche Mariä Empfängnis Neubeuern

Kirche Mariä Empfängnis Neubeuern

Die erste Kirche Neubeuerns war ein einfacher romanischer Bau aus dem 13. Jahrhunder, von dem bis heute nur der quadratische Turm erhalten ist. Dessen vermauerte Schallöffnung ist heute noch auszumachen. Der Neubau der Kirche Ende des 14.Jahrhunderts bis Anfang des 15.Jahrhunderts fällt in die Zeit der sich entwickelnden Marienwallfahrt. Neben der „schönen Madonna vom Inn“, die der Legende nach am Haschlberg angeschwemmt worden sein soll, verstärkten zwei Erscheinungen die Marienverehrung in der Gemeinde und waren verantwortlich dafür, dass die Neubeurer Kirche der älteren in Altenbeuern gegenüber an Bedeutung gewann. 1498 soll sich das sogenannte Glöckleinwunder. ereignet haben. Es wird wie folgt berichtet: „An dem Abend des heiligen Märtyrers Sebastian da die Kirchen und der Glockenturm unseres lieben Frauen Gotteshaus hier zu Neybeiern im Markt verperrt gewesen sind wäre es eigentlich nicht möglich gewesen, dennoch hat die kleine Glockn im Turm laut geläutet. Da sind viele Personen im Markt aufgewacht, haben die Kirchen aufgesperret und im Kirchenturm gesucht, ob man jemanden finden kann, der geläut hat. Es war aber niemand gegenwärtig.“ Diese kleine „Gnadenglocke“ hängt heute noch im Turm und wird nur einmal im Jahr zum Gnadenfest am 4. Fastensonntag zu Wandlung und Andacht geläutet. 1512 wird dann von einem weiteren Wunderzeichen, dem Lichtwunder, erzählt: „In der Karfreitagsnacht, in der das Gotteshaus unser lieben Frauen hier zu Neybeiern längst versperret gewesen ist, wurde ungefähr um Mitternacht, ein großes ungewöhnliches Licht in der Kirchen gesehen. Die Wächter auf dem Schloß kamen herab in den Markt gerannt und schrien: >Es brennt in der Kirche!< Der Kaplan hörte das Geschrei sowie etliche Bürger und alle sahen das große ungewöhnliche Licht auch und meinten die Kirchen brenne inwendig. Also hat man eilends das Gotteshaus aufgesperrt und während man aufgesperrt hat ist das Licht verschwunden und man sah in der Kirch nichts mehr davon.“ Heute präsentiert sich der Kirchenraum nach vielen Erneuerungen in lebhafter Raum- und Farbgestaltung einer neubarocken Fassung aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts.

Marktplatz 9 | 83115 Neubeuern

Wagner-Kapelle Neubeuern

Wagner-Kapelle Neubeuern

Die kleine Wagner-Kapelle, auch Wiesböck- oder Hupfauf-Kapelle genannt, wurde vermutlich 1745 vom Rohrdorfer Baumeister Andreas Vordermayr erbaut und war ein Geschenk der Familie Hupfauf an die Kirchengemeinde. In der Kapelle befindet sich eine Gnadenfigur des "gegeißelten Heilands von der Wies", die 1730 von Pater Magnus Straub und Bruder Lukas Schweiger im oberbayrischen Kloster Steingaden gefertigt wurde. 1972/73 wurde die Kapelle beim Bau des Gehwegs abgerissen und originalgetreu etwas versetzt wieder aufgebaut. Anfang der 80er Jahre wurde das Giebeldreieck mit einer Kreuzigungsszene versehen. Im Jahr 2009 wurde das Giebelfeld vom Kirchenmaler Thomas Pertl renoviert und neugestaltet. Die Kapelle gehört heute zum Wagnerhof der Familie Schneebichler.

Samerstraße Ecke Pfaffensteinstraße | 83115 Neubeuern

Aussichtskapelle Samerberg

Aussicht von der Aussichtskapelle Samerberg

Die Kapelle mit ihrem achteckigen Bau stammt aus dem 19. Jahrhundert. In der Kapelle selbst findet man einen recht kleinen gotischen Altar aus dem 16. Jahrhundert und ein gotisches Altarbild mit den 14 Nothelfern. Vor der Kapelle haben Besucher eine traumhafte Aussicht über das Rosenheimer Land mit Bad Aibling und Rosenheim bis hin zum Simssee und Chiemsee. Auch für den letzten bayerischen König, Ludwig III., war der Platz an der  Aussichtskapelle ein bedeutungsvoller Ort. Hier soll er sich nach seiner Entthronung von seinem Reich verabschiedet haben.

Dorfplatz Törwang

Selten ist der "Bayerische Dreiklang" aus Kirche, Wirtschaft und Rathaus so farbig und eindrucksvoll wie auf dem  Dorfplatz in Törwang verwirklicht. Die Kirche "Maria Himmelfahrt", das Rathaus und der Gasthof "Zur Post" geben dem Dorfplatz zusammen mit dem zum Gasthof gehörenden Schusterhäusl und dem Dorfbrunnen ein malerisches Gesicht. Sehenswert ist zudem die Kreuzigungstafel einer Inninger Werkstatt (um 1460) in der Pfarrkirche.