Etappe 23

Kultur & Geschichte

Sandkasten am Grießenbach

Der "Sandkasten Nr. III", den wir kurz vor dem Erreichen des Rottauer Wasserfalls passieren, gehört zur ehemaligen Solepumpstation Klaushäusl, in der heute des Museum Salz & Moor untergebracht ist. Diese Pumpstation arbeitete von 1810 bis 1958 rund um die Uhr und musste täglich mit ausreichend Aufschlagwasser zum Betrieb der Pumpe versorgt werden. Dazu wurde eine Quelle im Hinteren Rottauer Tal mit einer 6km langen Leitung aus Eisenrohren angezapft. Zwischen der Quellfassung und dem Klaushäusl war diese Leitung von vier "Sandkästen" unterbrochen. Diese Sandkästen hatten drei Funktionen. Ein Sieb im Inneren säuberte das Wasser von Sand, Steinen, Laub und anderen Verunreinigungen, daher kommt auch die Bezeichnung "Sandkasten". Ohne die Unterbrechung durch die Sandkästen hätte sich zudem ein zu großer Druck in den Eisenrohren aufgebaut. Und schließlich wurden in kalten Winternächten unter den Sandkästen Feuer entzündet, um zu verhindern, dass das Aufschlagwasser einfriert. Am "Sandkasten Nr. III" wurde außerdem zusätzlich Wasser aus dem Grießenbach eingespeist.

Museum Salz & Moor im Klaushäusl

Museum Salz und Moor im Klaushäusl

Das historische Gebäudeensemble des Klaushäusls beherbergt heute mit dem Museum Salz & Moor zwei Museen in einem. Im Salzmuseum kann man die Technikgeschichte der Soleleitung von Reichenhall nach Rosenheim entdecken, die als eine der ersten Pipelines der Welt gilt. Das Moormuseum bietet Einblicke in das Leben im Hochmoor und erklärt auf anschauliche Weise Zusammenhänge, die normalerweise dem Auge verborgen bleiben. Dazu gibt es jährlich wechselnde Sonderausstellungen.

Klaushäusl 9 | 83224 Grassau

www.grassau.de/klaushaeusl

Kirche Mariä Himmelfahrt Grassau

Die Anfänge der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gehen bis auf 1150 zurück. Im Mittelalter befand sich an ihrer Stelle ein Gerichtsstandort. Im weithin sichtbaren Zwiebelturm finden sich romanische Elemente. Der frühbarocke Hochaltar von 1640, mehrere Rokoko Seitenaltäre, Stuckarbeiten und Jahrhunderte alte Malereien machen die Kirche sehenswert. Bemerkenswert sind auch die Prozessionsstangen aus dem 18. Jahrhundert von Patronen der verschiedenen Grassauer Handwerksberufen. Links neben dem Haupteingang befindet sich die Kriegergedächtniskapelle, die um 1700 entstand. Rechts vom Haupteingang die nur von außen zugängliche Totenkapelle, ein ehemaliges, prächtig ausgemaltes Beinhaus.

Kirchplatz 1 | 83224 Grassau