Etappe 18

Kultur & Geschichte

Kirche St. Nikolaus Rimsting

Die ältesten Teile der heutigen Kirche sind der Chor und der Turm, die im Kern spätgotisch erscheinen. Es wird allgemein angenommen, dass der Bau auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Im Innenraum der Kirche finden sich mehrere in Schwarz und Gold gefasste Holzarbeiten, darunter seine drei Altäre und die Kanzel. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1680 und wurde damals für das Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee vom Schreiner Matthias Piechlinger aus Mühln-Wolfsberg angefertigt. 1809 erwarb Rimsting den Hochaltar, 1821 die Kanzel, die dann beide der Priener Kistler Anton Kronast an die kleineren Dimensionen der Rimstinger Kirche anpasste. Dabei wurde auch das ursprüngliche Bild des Rimstinger Hochaltars, ein Heiliger Nikolaus, in die Neuerwerbung eingearbeitet.

Höhenweg 4 | 83253 Rimsting

Skulptur "Wehrlos": Andreas Kuhnlein

Auf einem Hochsitz mitten im Schilf sitzt die 2001 von Andreas Kuhnlein geschaffene Skulptur "Wehrlos" am Uferweg des Chiemsees unweit des Badestegs bei Hochstätt. "Allem Wehrlosen gewidmet" steh auf dem Schild, das am Uferweg angebracht ist. Kuhnleins Schaffen und Wirken ist tiefster Ausdruck seines Inneren. Werkzeuge wie Motorsäge, Flammenwerfer oder Schweißgerät geben ihm die Möglichkeit, den inneren Druck nach außen zu geben. Dabei erhalten seine Werke, wie auch dieses, eine außerordentliche, nicht kopierbare, nicht wiederholbare Note. Jedes Werk ist ein Unikat und drückt nicht nur Kuhnleins Inneres aus, sondern ist zudem ein Spiegelbild der Gesellschaft. So findet der Betrachter in den zerklüfteten Holzskulpturen sich selbst wieder, und zwar ganzheitlich mit allen Schmerzen, Freuden, Hoffnungen, Gebrochenheiten, offenen Fragen und versteckten Botschaften. Geboren und aufgewachsen ist Andreas Kuhnlein auf einem Bauernhof in Unterwössen im Chiemgau. Er absolvierte eine Schreinerlehre, ging aber nach seinen Gesellenjahren zum Bundesgrenzschutz. Hier war er in den 1970er-Jahren in der Terrorbekämpfung eingesetzt. Er war mit der RAF, Schleyer-Entführung und Anti-Atomkraft-Demonstrationen konfrontiert. Auch an der Grenze zur DDR war Kuhnlein auf Streife unterwegs. 1981 schied er aus dem Polizeidienst aus, übernahm die Landwirtschaft seiner Tante und arbeitete im Nebenerwerb in einem Schreinerbetrieb. In diesem Lebensabschnitt erkannte er die Kunst für sich. Seit 1983 ist er als freischaffender Bildhauer tätig.

kuhnlein.eu

Kirche St. Johannes der Täufer Breitbrunn

Kirche St. Johannes der Täufer Breitbrunn

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Breitbrunn, die auf einem steilen Moränenhügel über dem Dorfweiher steht, wurde 1469 durch Berthold Pürstinger, Bischof des Bistums Chiemsee, geweiht. Es gehörte als Nebenkirche zur Klosterpfarrei Herrenchiemsee. 1778 ließ Dompropst Sebastian Danner dem spätgotischen Kirchlein einen barocken Zwiebelturm anbauen. Auch die Inneneinrichtung wurde barockisiert. Der damalige Hauptaltar aus sieben verschiedenen Marmorarten wurde in Salzburg angefertigt. Heute steht er in der Seitenkapelle. Nach der Säkularisation wurde der Pfarrsitz von der Herreninsel nach Breitbrunn verlegt. Pietätvoll holten die Dorfbewohner damals die durch die Zerstörung des Klosters ,,offen herumliegenden Gebeine" der Chorherren ans Festland und bestatteten sie an der Kirchmauer. 1899 begann man nach Abbruch der zu klein gewordenen Kirche mit einem Bau in neubarocken Formen, der vier Jahre später eingeweiht wurde. Die originale barocke Ausstattung im Kircheninneren, der Hauptaltar, die beiden Seitenaltäre und die Kanzel, angefertigt um 1722 von einem Kistler Franz Puechnetter und dem Bildhauer Franz Mozart, einem Großonkel von W.A.Mozart, wurden aus der niederbayerischen Pfarrei Otzing bei Plattling käuflich erworben. Sie zieren noch heute das Kirchenschiff.  Für einen höheren Kirchturm reichte das Geld nicht mehr. Aber dann gewöhnten sich die Leute so sehr an das Bild des lieb gewordenen, typischen Chiemgauer Zwiebelturms über dem idyllischen Dorfweiher, dass man es dabei beließ.

Kirchplatz 2 | 83254 Breitbrunn am Chiemsee

Römischer Gutshof von Unterkitzing

Metallfunde aus der römischen Kaiserzeit auf dem Moränenzug nördlich von Unterkitzing ließen in den 90er Jahren eine römische Siedlungsstelle vermuten. Luftbildaufnahmen und geophysikalische Prospektionen lieferten den relativ genauen Grundriss eines römischen Gutshofes mit Nebengebäude. Im Jahr 1999 wurden die Ergebnisse durch testgrabungen mit Schülern unter Aufsicht des Landesamtes für Denkmalpflege überprüft. Der Gutshof, dessen luxuriöse Ausstattung nun durch Funde belegt ist, lag auf einer exponierten Anhöhe südlich der römischen Straße von Salzburg nach Augsburg.

www.roemerregion-chiemsee.de